Raspberry Pi 4: Die Neuauflage des Bastelrechners

03.07.2019 16:57
Raspberry Pi 4: Die Neuauflage des Bastelrechners

Mit dem Raspberry Pi 4 bringt die Raspberry Pi Foundation eine neue Version des Einplatinencomputers, der sich insbesondere bei Bastlern einer großen Beliebtheit erfreut. Bei vielen Nutzern dürften die verschiedenen Neuerungen großen Anklang finden, zumal ganz unterschiedliche Einsatzzwecke möglich sind. An welchen Stellschrauben im Einzelnen gedreht wurde und was der neue Raspi sonst mitbringt, erfahren Sie im Folgenden.

Neue technische Basis

Das Herzstück des Raspberry Pi 4 stellt der Broadcom BCM2711 Prozessor dar, der vier ARM Cortex-A72 Kerne mit maximal 1,5 GHz Takt besitzt. Hinzu kommen je nach gewähltem Modell 1, 2 oder 4 GB LP DDR4 RAM. Die Arbeitsspeichergröße lässt sich nun also anhand der eigenen Bedürfnisse wählen, was lange von der Nutzergemeinde gewünscht wurde. Des Weiteren besitzt der Einplatinencomputer eine VideoCore VI GPU, die H.264 und H.265 dekodieren kann.

Schnellere Anschlüsse

Am Raspberry Pi 4 finden sich zwei USB 2.0 Ports, aber erfreulicherweise nun auch zwei USB 3.0 Schnittstellen. Ebenso vorteilhaft ist, dass nun echtes Gigabit-LAN verfügbar ist. Wer das kleine Gerät vor allem als Multimedia-Zuspieler nutzen möchte, dürfte sich darüber hinaus über die zwei Micro-HDMI Ports freuen. Eine MicroSD-Karte für das Betriebssystem lässt sich weiterhin einsetzen und für die Stromversorgung dient nun eine USB-C Schnittstelle.

Bei den kabellosen Technologien hat der Raspberry Pi 4 ebenfalls einen Sprung gemacht und beherrscht nun 802.11ac WLAN, sodass sich wahlweise das 2,4 oder 5 GHz Frequenzband verwenden lässt. Hinsichtlich Bluetooth ist nun Version 5.0 mit dabei. Weitere Onboard-Anschlüsse lassen zudem den Betrieb eines Displays oder einer Kamera zu. Wobei natürlich weiterhin die GPIO-Stiftleiste verfügbar ist. Per PoE-Header ist zusätzlich die Stromversorgung per Netzwerk möglich.

Kompatibilität zum Vorgänger

Wie gehabt ist der Raspberry Pi 4 softwaretechnisch weitestgehend kompatibel zur Vorversion. Entsprechend bleibt auch das zugehörige Betriebssystem Raspbian des Herstellers vorerst bei 32-Bit. Wünschenswert wäre zukünftig allerdings eine 64-Bit Version, das sich erst damit die neuen Prozessorkerne und die HDMI Anschlüsse komplett ausreizen lassen. Dadurch ließe sich bspw. die Verschlüsselung beschleunigen.

Fazit

Im Vergleich mit seinem Vorgänger überzeugt der Rapsberry Pi 4 schon auf den ersten Blick mit den aktualisierten Schnittstellen. Gleichermaßen machen sich aber die aktuelleren Cortex A72 Kerne des Prozessors bemerkbar, wodurch für einen spürbaren Leistungsschub gesorgt wird. Die Einsatzmöglichkeiten lassen sich kaum überblicken, sodass Sie den Raspberry Pi 4 bspw. ideal als Server für verschiedene Dienste verwenden können. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Projekte denkbar, zumal das kleine System im Leerlauf nur rund 3,5 Watt benötigt.

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